Livia Corona Benjamin

geb. in 1975
Lebt und arbeitet in den USA

In ihrer Fotoserie Two Million Homes for Mexico untersucht Livia Corona Benjamin die Entwicklung von Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen in Mexiko. Im letzten Jahrzehnt wurden etwa 7 Millionen gleiche Wohnungen in abgelegenen agrarischen Gebieten errichtet. Diese Standorte sehen sowohl vom Boden als auch aus der Luft und selbst auf Satellitenbildern sehr merkwürdig aus. Es sind nicht die typischen Traumgegenden, sondern ein unendliches Raster aus ökologischen und sozialen Interventionen auf einer Skala und mit Folgen, die nur schwer abzuschätzen sind. In diesen Vierteln, die aus endlosen identischen Reihenhäusern (1.000 bis 120.000) mit einer Fläche von 30-34 m² bestehen, wird die Urbanisierung auf den bloßen Bau von Wohnungen reduziert. Es gibt so gut wie keine öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Parks oder Transportsysteme, und auch nur wenige kommerzielle Gebäude, wie etwa Banken und Supermärkte. Jedoch bleibt der Bedarf nach diesen Wohnungen exponentiell hoch und die Entwickler müssen die Häuser in einer stets größeren Geschwindigkeit aus dem Boden stampfen. Über Fotografie, Film und Interview sucht Livia Corona Benjamin nach dem Raum zwischen den Versprechungen und dem Erfüllen der Träume der Bewohner. In Form einer Dokumentation der verschiedenen Entwicklungen im ganzen Land besteht das Ansinnen von Livia Corona Benjamin in der Neudefinition des Lebens in der mexikanischen Provinz und darin, die plötzliche Transformation der ökologischen und sozialen Landschaft Mexikos zu kartieren. Diese städtischen Entwicklungen haben eine gründliche Entwicklung der Form zur Folge, in der wir diese Welt bewohnen. In ihrem Werk möchte sie die Auswirkung auf die Erfahrung eines Einzelnen veranschaulichen. Was geschieht genau in den zwei Millionen Wohnungen? Wie verändern sie sich mit der Zeit? Welche Zukunftsperspektive bieten diese Viertel den vielen jungen Leuten, die dort aufwachsen?

Living Room to Bedroom Conversion. Merida, Mexico. Livia Corona 2011