Pablo Lopez Luz

geboren 1979 in Mexiko
Lebt und arbeitet in Mexiko

Pablo Lopez Luz erstellt in der Vogelperspektive Fotos von der städtischen Landschaft Mexikos. Er fertigt Bilder der Städte an, die sich in alle Richtungen verbreiten und möchte damit den Bezug zwischen der Menschheit und deren umgebenden Raum kommentieren. Die Luftaufnahmen von Pablo Lopez Luz über Mexico-City zeigen ein chaotisches Terrain, das immer schneller transformiert. Wir sehen eine Megapolis, die durch die anhaltende Verstädterung, die Überkonsumption natürlicher Quellen, das zügellose Bevölkerungswachstum und das zunehmende ökonomische Ungleichgewicht bedroht wird. Beeinflusst durch die historischen mexikanischen Maler - die den natürlichen Reichtum des Landes ehrten - richtet Pablo Lopez Luz seine Kamera auf die Außenbezirke von Mexico-City. Dieses Gebiet war einst ein kahles und unbewohntes Tal, wird jedoch nun durch die einwandernde Landbevölkerung eingenommen, die vergeblich auf der Suche nach einem industrialisierten Eldorado ist. Luz' Untersuchung der von Menschenhand geschaffenen Landschaft brachte ihn auch zur US-amerikanisch-mexikanischen Grenze, die er aus einer völlig neuen Perspektive betrachtete. Er ging dabei vom Blickwinkel der Landschaft und der Auferlegung der politischen Grenze aus. Luz folgt der Grenze entlang beider Seiten der komplett gegensätzlichen Regionen. In seinen Fotos ist der Richtungssinn völlig verloren gegangen und man kann Norden und Süden nur vom Vorhandensein der Stadt ableiten. Die Vorstellung von der Grenze wird deshalb neu interpretiert und bis auf das absolute Minimum freigelegt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf die Verkörperung der Landschaft selbst gelegt, also weder auf einen politischen oder gesellschaftlichen Diskurs noch auf die Zukunft der Grenzstadt. Die Grenze erscheint wie eine Narbe in der Topografie der Region, eine in die Natur gekratzte Barriere, deren imposante Bedingungen durch die Menschheit bestimmt werden.

© Pablo Lopez Luz