Martin Roemers

geboren 1962 in den Niederlanden
Lebt und arbeitet in den Niederlanden

Obwohl der Mensch ursprünglich in der Nähe der Natur wohnte, lebt gegenwärtig mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Städten. Fasziniert durch den Prozess der immer weiter vorrückenden Verstädterung schuf Martin Roemers die Serie Metropolis mit Fotos vom Leben in 22 Metropolen auf 5 Kontinenten. Die typische Metropole ist heute - abgesehen von der enormen Einwohnerzahl - nur schwer zu charakterisieren. Das bekannte Bild einer modernen ursprünglich europäischen oder nordamerikanischen Stadt ist längst überholt. Neue Metropolen, wie Mexico-City, verfügen über einen eigenen Charakter, wobei kleine Gemeinschaften, farbenfrohe Rituale und ländliche Bräuche die ausgedehnte Infrastruktur durchkreuzen. Martin Roemers illustriert die Migration des flachen Landes zu den städtischen Gebieten mit seinen Fotos vom Straßenhandel, alten Bräuchen und alten Fahrzeugen gegen den Hintergrund moderner Autos. Roemers legt sein Augenmerk nicht auf den städtebaulichen Aspekt der Stadt und auch nicht auf die populären touristischen Highlights oder Monumente. Stattdessen richtet er sich auf die menschlichen Energieströme aus, die die Stadt zu dem werden lassen, was sie ist. Mit Baudelaire gesprochen bedeutet dies: "Die Menschenmenge ist ihr Element, was die Luft für Vögel und das Wasser für Fische ist. Es ist ihre Leidenschaft und Berufung, um mit der Menschenmenge eins zu werden. Für das perfekte flâneur, für den leidenschaftlichen Zuschauer, ist es eine immense Freud, sich im Herzen der Menge niederzulassen, inmitten von Ebbe und Flut der Bewegung, inmitten des Flüchtigen und des Unendlichen ...” Im Gegensatz zum flâneur des 19. Jahrhunderts (dem Bummler), mischt sich Roemers nicht unter die Menge, sondern verewigt seine Bewegungen aus einer höheren Perspektive mit langer Verschlusszeit. Sein Augenmerk auf Metropolen schafft das Dekor seines ultimativen Entwurfs: Das menschliche Dasein der heutigen Stadt.

© Martin Roemers