Mark Alor Powell

geboren 1968 in den USA
Lebt und arbeitet in Mexiko

Mark Powell führt uns durch eine Welt voller Bilder, die einerseits über eine hohe Bekanntheit zu verfügen scheinen und andererseits sehr eigenartig aussehen. Auf seinen Fotos, die in den Straßen von Mexico-City aufgenommen wurden, zeigt er die hierarchische Gliederung und den überraschenden Charakter der derzeitigen mexikanischen Metropole. Powell zeigt uns das Bekannte, doch dies in einer irreführenden Form. Er setzt dabei formelle Kompositionen ein, hier jedoch ohne Gleichgewicht. Seine Bilder sind manchmal belustigend, in einigen Fällen jedoch auch beunruhigend. Es ist undeutlich, ob seine Fotos das Resultat objektiver Registratur, Straßenfotografie, eines provozierenden Zusammenspiels mit dem fotografierenden Objekt oder einer Kombination all dieser Kriterien ist. Wir werden mit einer Welt konfrontiert, in der zwei Damen gemeinsam den Kopf einer Statue betrachten. Ihre weißen Häupter scheinen eigenartig zu einem Kopf zu verschmelzen. Ein anders Bild zeigt einen Mann, der in einem Park einen Baumstumpf wie ein Gewichtheber anzuheben scheint. Wird von uns vorausgesetzt, dass wir direkt zu dem Foto blicken oder müssen wir uns fragen, was sich über und hinter dem Rahmen verbirgt? Kämpft der Mann auf dem Foto gegen eine unsichtbare Kraft, die etwas höher liegt als die Schwerkraft? Powells Werk lässt uns mit vielen unbeantworteten Fragen zurück. Eines ist jedoch sicher, denn über dieses Werk erteilt Powell eine Antwort auf die Frage, die sich Künstler bereits seit Jahrhunderten stellen: Die Antwort darauf ist eine neue Frage: Wäre diese Situation die gleiche geblieben, wenn Mark Powell nicht anwesend wäre, um sie an diesem empfindlichen Ort festzuhalten? 

© Mark Alor Powell