Adela Goldbard

geboren 1979 in Mexiko
Lebt und arbeitet in den USA

Die Reihe Paraallegories widerspiegelt die Gewalt in den Städten Mexikos durch das Zusammenspiel verschiedener Medien, wie etwa Fotografie, Film, Performance, Skulpturen und mexikanische Volkskunst. Gemeinsam mit Kunsthandwerkern aus Tultepec (einem Außenbezirk von Mexico-City) schafft Adela Goldbard lebensgroße Fahrzeuge, Gebäude und Objekte, die auf die Situationen der Gewalt, des Protestes, der Dissidenz oder der Repressionen des mexikanischen Alltags verweisen. Jedes Objekt bezieht sich auf eine bestimmte Symbolik: Der 'Lobo' Pickup verkörpert beispielsweise den Drogenhandel, die Geldautomaten und Weihnachtsbäume von Coca-Cola symbolisieren den Kapitalismus und die brennenden Wälder werden von kriminellen Organisationen dafür genutzt, um Autobahnen zu blockieren und somit der Verhaftung zu entgehen. Danach setzt Goldbard mit Unterstützung von Pyrotechnik und Akteuren die verschiedenen Protestsituationen in Szene und dokumentiert dies über Film und Fotografie. Die Objekte werden entsprechend der Tradition des Osterfeuers und der Verbrennung des Judas errichtet und wieder zerstört. Eine kritische Übung, verpackt als populäres Ritual. Dieses Ritual, bei dem ein Bildnis, welches das Böse verkörpert, mit einem Feuerwerk verbrannt und gesprengt wird, ist in Lateinamerika sehr gebräuchlich. In den Aufnahmen Goldbards verschmelzen die vorläufig geschaffenen Installationen und Artefakte mit den wirklichen Autos und städtischen Landschaften. Hierdurch versucht Goldbard, die korrupte Art der Realität zu unterstreichen - und dies sowohl in politischen als auch ontologischen Termini.

© Adela Goldbard