Mexico Megalopolis

In der diesjährigen Ausgabe steht Mexiko und einer seiner glorreichsten und spektakulärsten Städte im Mittelpunkt: Mexico City. Bereits im 16. Jahrhundert war Tenochtitlan mit einer geschätzten Bevölkerung von 300.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt. In Europa konnten damals vermutlich höchstens Paris, Venedig und Konstantinopel dem Vergleich standhalten. Die Stadt war fünfmal so groß wie das zeitgenössische London von Heinrich VIII. Heute zählt Mexico City, das frühere Tenochtitlan, 25 Millionen Menschen und ist eine der größten Metropolen der Welt.

Vor einem Jahrhundert lebten nur 10% der Weltbevölkerung in Städten. 2050 werden dies 75% von uns tun. Die Voraussicht auf einen solchen urbanen Boom innerhalb von nur wenigen Generationen bietet entscheidende Möglichkeiten: Städte zu bauen, in denen der Lebensstandard für Millionen neuer Großstadtbewohner verbessert wird anstatt abzunehmen. Ein Blick auf Mexico City, eine Riesenstadt in der „Dritten Welt“, kommt in Teilen einem Blick in die Zukunft gleich. Die Herausforderungen, mit denen Mexico City konfrontiert ist, sind die vieler anderer Städte, die in den kommenden Jahrzehnten an verschiedenen Orten der Welt und auch in Europa folgen werden.

Diese Ausstellung zeigt ein Bild von Mexico City und kontextualisiert diese Riesenstadt in der Wirklichkeit eines Landes, das weiter wächst, aber noch vielen Herausforderungen die Stirn bieten muss. Sowohl die mexikanischen als auch die westlichen Fotografen haben in ihren Werken die Probleme des Landes eingefangen: Gewalt, Migration, Landflucht, soziale Polarisierung oder räumliche Trennung. Sie zeigen aber auch die Belastbarkeit der Mexikaner, ihren Nationalstolz und ihr politisches Bewusstsein. All diese Faktoren tragen zum Durchhaltevermögen und zum Fortbestand von Mexico City bei.

Die teilnehmenden Fotografen sind: Graciela Iturbide, Pablo López Luz, Yvonne Venegas, Maya Goded, Mark Alor Powell, Alejandro Cartagena, Adela Goldbard, Mauricio Palos, Olivo Barbieri, Martin Roemers, Melba Arellano, Livia Corona Benjamin, Sébastien Van Malleghem, Lara Gasparotto, An-Sofie Kesteleyn und Gert Verbelen.

FESTIVAL-BOTSCHAFTERIN GRACIELA ITURBIDE

Für die nächste Ausgabe wurde Graciela Iturbide als Festival- Botschafterin eingeladen. Iturbide (*1942 in Mexiko) gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten lateinamerikanischen Fotografinnen der letzten vierzig Jahre. Ihr fotografisches Werk ist von höchster visueller Kraft und Schönheit. Graciela Iturbide hat einen Fotografiestil entwickelt, der auf ihrem großen Interesse an Kultur, Ritualen und Alltagsleben in ihrem Geburtsland Mexiko und anderen Ländern beruht. Iturbide hat das Konzept der Dokumentarfotografie weiterentwickelt, um die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, Individuum und Kultur und Realität und Psyche zu erkunden. Sie ist weiterhin eine Quelle der Inspiration für eine jüngere Fotografengeneration in Lateinamerika und über seine Grenzen hinaus.